February 2, 2026
Social Media News 02/2026

Marketing Team
Instagram richtet seinen Kurs für 2026 neu aus und verabschiedet sich vom perfekt inszenierten Hochglanz-Feed. Durch KI lassen sich makellose Inhalte massenhaft erzeugen, wodurch Perfektion an Bedeutung verliert und Vertrauen zur entscheidenden Währung wird. Nutzer:innen reagieren zunehmend sensibel auf künstlich wirkende Inhalte und bevorzugen Posts mit erkennbarer menschlicher Handschrift.
Statt KI-Inhalte immer aufwendiger zu kennzeichnen oder zu bekämpfen, will Instagram Echtheit sichtbar machen, etwa durch einen technischen Herkunftsnachweis für reale Fotos und Videos. Unperfekte, rohe undspontane Inhalte gelten künftig als Zeichen von Glaubwürdigkeit. Parallel entwickelt sich Instagram weiter zur Entertainment-Plattform, mit Reels als zentralem Wachstumstreiber und einer stärkeren Ausrichtung auf gemeinsames, auch TV-ähnliches Konsumieren von Inhalten.
YouTube testet, Bild- und Karussell-Posts mit bis zu zehn Bildern direkt im Shorts Feed anzuzeigen. Ziel ist es, Creatorn mehr Reichweite zu verschaffen und den Feed abwechslungsreicher zu gestalten.
Zusätzlich plant YouTube eine Audiofunktion für Bild-Posts. Das Format soll stärker für Storytelling und Engagement genutzt werden undkünftig eine größere Rolle im Shorts-Ökosystem spielen.
Spotify führt neue Social-Funktionen ein, mit denen Nutzer:innen sehen können, was Freund:innen gerade hören, und über Jam-Anfragen gemeinsam Musik in Echtzeit hören können. Die Funktionen stärken den sozialen Austausch rund um Musik und werden Anfang 2026 breit ausgerollt.
Gleichzeitig senkt Spotify die Hürden für die Monetarisierung von Video-Podcasts deutlich, sodass mehr Creator am Partner Program teilnehmen können. Damit baut Spotify seine Video-Strategie aus und reagiert auf Kritik an fehlender Fairness bei Creator-Einnahmen.
Die FIFA macht TikTok zur zentralen Plattform für die WM2026 und setzt auf Kurzvideos, Creator-Einblicke und interaktive Inhalte, um Fans dauerhaft zu erreichen. TikTok wird damit zur wichtigsten Anlaufstelle neben klassischen Übertragungen, besonders für jüngere Zielgruppen.
Gleichzeitig übernehmen auch Streaming-Dienste wie Disney+ das Kurzvideo-Prinzip. Der Text zeigt, dass Sport, Streaming und Social Media immer stärker zusammenwachsen und vertikale Kurzvideos zum neuen Standard für Aufmerksamkeit und Reichweite werden.
Mit dem neuen Update des Edits Insights Tabs von Instagram, sollen Creator ihre Reels deutlich besser analysieren und verstehen können. Edits entwickelt sich damit von einem reinen Bearbeitungstool zu einem Analyse- und Strategieinstrument für Reels-Wachstum. Ziel ist es, dass Creator direkt in derApp erkennen, welche Inhalte funktionieren und warum, ohne zusätzliche Analyse- oder Dritttools nutzen zu müssen.
Mit dem Update können Reels nun nach verschiedenen Leistungskennzahlen wie Views, Likes, Kommentaren, Saves oder Skip Rate sortiert und nach Zeiträumen gefiltert werden. Außerdem lassen sich einzelne Reels inklusive Performance-Daten exportieren, etwa für Pitches oder Kooperationen. Ein KI-Feature fasst Kommentare thematisch zusammen und zeigt, welche Inhalte gut ankommen oder welche Fragen häufig gestellt werden. Zusätzlich ermöglicht Edits den direkten Vergleich einzelner Reels, um Unterschiede bei Watchtime, Engagement oder Abbruchraten sichtbar zu machen.
Insgesamt stärkt Instagram damit die Verzahnung von Kreation, Analyse und Wachstum innerhalb des eigenen Ökosystems. Edits soll Creator nicht nur beim Schneiden unterstützen, sondern ihnen auch datenbasierte Orientierung für strategische Entscheidungen liefern und professionelle Zusammenarbeit mit Marken erleichtern.
WhatsApp wird künftig ein Titelbild im Profil einführen. Zusätzlich zum Profilfoto können Nutzer:innen dann ein großes Header-Bild anzeigen lassen, ähnlich wie es bereits von Facebook oder LinkedIn bekannt ist. Das Feature soll mehr Ausdrucksmöglichkeiten bieten, besonders für Creator und Marken.
Titelbilder waren bislang nur für WhatsApp-Business-Accounts verfügbar, werden nun aber für alle Nutzer:innen entwickelt und sowohl für Android als auch iOS getestet. Das Titelbild ergänzt das Profilfoto und ist nur sichtbar, wenn andere das Profil aktiv aufrufen. Es dient damit weniger der Identifikation als vielmehr der Selbstdarstellung, Kreativität oder Markenkommunikation.
Mit diesem Schritt entwickelt sich WhatsApp weiter von einem reinen Messenger zu einer stärker sozial geprägten Plattform. Funktionen wie Status-Updates, Info-Notizen und künftig auch Profil-Titelbilder erhöhen die Verweildauer und schaffen zusätzliche Berührungspunkte. Vor dem Hintergrund geplanter Werbung in Status und Channels zeigt das Update, dass WhatsApp seine große Reichweite zunehmend auch wirtschaftlich nutzen möchte.
Threads hat X bei der mobilen Nutzung überholt und verzeichnet dort deutlich mehr täglich aktive Nutzer:innen. Dieser Vorsprung gilt als langfristiger Trend und wird vor allem durch neue Community-Features und die enge Anbindung an Instagram begünstigt.
X bleibt im Web weiterhin führend und zentral für politische Debatten, verliert jedoch mobil an Bedeutung. Gleichzeitig wächst die Kritik an der Plattform, während Threads und auch Bluesky als stabilere Alternativen wahrgenommen werden.
W Social soll als europäische Alternative zu großen US-Social-Media-Plattformen starten und setzt auf Datenschutz, Transparenz, Verifizierung und Unabhängigkeit. Die Plattform wird in Europa gehostet, will Bots und KI-Accounts reduzieren und echte Identitäten sowie hochwertige Inhalte stärker sichtbar machen.
Aktuell befindet sich W Social in einer Invite-only-Phase. Offen sind zentrale Fragen zu Finanzierung, Monetarisierung und Wachstum. Ob sich die Plattform gegen etablierte Netzwerke durchsetzen kann, muss sich erst noch zeigen.
Meta prüft neue kostenpflichtige Abonnements für Instagram, Facebook und WhatsApp. Die Apps sollen zwar weiterhin kostenlos bleiben, bestimmte Zusatzfunktionen könnten jedoch künftig hinter einer Paywall liegen. Dabei geht es vor allem um erweiterte KI-Tools, mehr Kontrolle über Sichtbarkeit und Interaktionen sowie exklusive Komfortfunktionen im Alltag der Nutzer:innen. Die neuen Abos sind unabhängig von Meta Verified und richten sich an eine breite Nutzerschaft, nicht nur an Creator oder Unternehmen.
Strategisch will Meta damit neben Werbung eine zweite Einnahmequelle aufbauen. KI-Entwicklung ist teuer, der Werbemarkt umkämpft undAbos versprechen stabilere Erlöse und stärkere Nutzerbindung. Vorbild ist unter anderem Snapchat+, das zeigt, dass User bereit sind, für exklusive Social-Features zu zahlen.
Besonders auf Instagram könnten die Änderungen spürbar werden. In der Entwicklung befinden sich Hinweise auf Funktionen wie anonymes Story-Viewing, detaillierte Analysen zu Followern, erweiterte Zielgruppensteuerung und zusätzliche KI-gestützte Videofunktionen. Damit würden genau die sozialen Mechaniken monetarisiert, die für viele Nutzer:innen emotional relevant sind. Meta testet somit nicht nur neue Features, sondern eine mögliche neue Grundlogik: mehr Kontrolle und KI gegen Bezahlung, während die Basisversion werbefinanziert bleibt.
Reddit gewinnt stark an Bedeutung und hat in Großbritannien TikTok als viertmeistbesuchte Social-Media-Plattform überholt. Besonders dieGeneration Z nutzt Reddit zunehmend, weil sie dort authentische, menschlicheAntworten findet, statt perfekt formulierter, oft fehleranfälliger KI-Ergebnisse. Drei von fünf Brit:innen sind inzwischen auf Reddit aktiv, beiden 18- bis 24-Jährigen gehört die Plattform zu den meistgenutzten Angeboten.
Ein zentraler Wachstumstreiber ist die veränderte Suche. Google priorisiert seit 2024 Diskussionsforen stärker, wodurch Reddit-Inhalte häufiger weit oben in den Suchergebnissen und in KI-Zusammenfassungen erscheinen. Gleichzeitig baut Reddit mit eigenen KI-gestützten Suchfunktionen die Plattform gezielt zur eigenständigen Such- und Orientierungsumgebung aus. Nutzer:innen sollen Antworten direkt aus Communities erhalten, ohne auf externe Suchmaschinen angewiesen zu sein.
Reddit positioniert sich bewusst als Gegenentwurf zu glatten KI-Antworten. Unterschiedliche Erfahrungen, Widersprüche und echte Perspektiven stehen nebeneinander und schaffen Vertrauen. Dieser Ansatz trifft den Zeitgeist: Viele Nutzer:innen, insbesondere Gen Z, suchen weniger Perfektion und mehr Einordnung durch andere Menschen. Dadurch entwickelt sich Reddit vom Nischenforum zum Mainstream-Ort für Information, Austausch und Orientierung – mit wachsender Relevanz auch für Marken, Medien und öffentliche Institutionen.
Die Bedeutung von Emojis im Jahr 2025 hat sich deutlich verändert. Statt primär Gefühle auszudrücken, werden Emojis auf Social Media zunehmend funktional eingesetzt, um Inhalte zu strukturieren, Aufmerksamkeit zu lenken und Relevanz zu markieren. Laut einer Analyse von Millionen Beiträgen ist ✨ das mit Abstand meistgenutzte Emoji über alle Plattformen hinweg. Es signalisiert Neuigkeit, Wichtigkeit oder Hervorhebung und wird sowohl von Nutzer:innen und Marken als auch von KI-Systemen intensiv verwendet.
Klassische emotionale Emojis wie 😂oder 😍verlieren dagegen an Bedeutung. Plattformen entwickeln jeweils eigene„Emoji-Sprachen“: Auf Instagram dienen Emojis der ästhetischen Hervorhebung,auf LinkedIn der Struktur und Lesbarkeit, auf TikTok als visuelle Hooks fürAufmerksamkeit, und auf textlastigen Plattformen wie X oder Threads alsschnelle Orientierungshilfen. Insgesamt steht Funktion klar vor Emotion.
Der Trend zeigt sich stabil über das Jahr hinweg. Bestimmte Emojis wie ✨ oder ✅ haben sich als fester Bestandteil professioneller Kommunikation etabliert, während frühere Trend-Emojis wie 🚀 an Bedeutung verlieren. Gleichzeitig prägen KI-Anwendungen die Emoji-Nutzung mit, indem sie funktionale Symbole verstärkt einsetzen und bestehende visuelle Codes weiter verbreiten.
Mit Unicode 17.0 sollen 2026 acht neue Emojis hinzukommen, deren Integration in Betriebssysteme Anfang 2026 erwartet wird. Für Nutzer:innen und Marketer bedeutet das: Emojis sind heute weniger Schmuck als Orientierungshilfe. Wer sie gezielt und kontextbezogen einsetzt, kann Inhalte klarer vermitteln und Aufmerksamkeit steigern, während ein unreflektierter Einsatz schnell beliebig wirkt. Zu den neuen Emojis gehören unter anderem ein Bigfoot, Orka oder auch eine geöffnete Schatztruhe.