
Marketing Team
KI hilft dir dabei, Social Media Content schneller zu erstellen: von der ersten Idee über Captions bis zu Bildern und Videos. Doch wann musst du KI-Inhalte kennzeichnen?
Seit dem 2. August 2026 gelten die Transparenzpflichten nach Artikel 50 der EU-KI-Verordnung. Für dein Marketing ist dabei entscheidend: Nicht jeder mit KI unterstützte Beitrag braucht automatisch eine sichtbare Kennzeichnung. Die Pflichten unterscheiden sich nach Inhalt und Rolle des Unternehmens. [1, 2]
Hier erfährst du, welche Fälle für Social Media relevant sind und wie du die Prüfung in deinen Content Workflow integrierst.
Der EU AI Act schafft einen rechtlichen Rahmen für den Einsatz künstlicher Intelligenz. Artikel 50 regelt die Transparenz bei bestimmten KI-Systemen.
Er unterscheidet insbesondere zwischen:
Für Marketingteams ist diese Unterscheidung wichtig: Technische Pflichten des KI-Anbieters sind nicht mit den Offenlegungspflichten eines veröffentlichenden Unternehmens gleichzusetzen. [2]
Unternehmen müssen offenlegen, wenn sie KI-generierte oder manipulierte Bild-, Audio- oder Videoinhalte einsetzen, die als Deepfake einzuordnen sind.
Gemeint sind Inhalte, die bestehenden Personen, Objekten, Orten oder Ereignissen ähneln und fälschlich authentisch wirken. Für Social Media kann das beispielsweise relevant werden, wenn eine Person in einem künstlich erzeugten Video scheinbar eine Aussage trifft, die sie nie gemacht hat.
Bei offensichtlich künstlerischen, satirischen oder fiktionalen Werken sieht Artikel 50 eine angepasste Form der Offenlegung vor. Eine vollständige Ausnahme ist das nicht. [1]
Für KI-generierte oder manipulierte Texte besteht eine Offenlegungspflicht, wenn sie veröffentlicht werden, um die Öffentlichkeit über Angelegenheiten von öffentlichem Interesse zu informieren.
Diese Pflicht entfällt unter anderem, wenn der Text menschlich überprüft oder redaktionell kontrolliert wurde und eine natürliche oder juristische Person die redaktionelle Verantwortung übernimmt.
Ein mit ChatGPT erstellter Entwurf für eine Caption ist deshalb nicht automatisch kennzeichnungspflichtig. Entscheidend sind der konkrete Inhalt, der Veröffentlichungszweck und die Voraussetzungen der Ausnahme. [1]
Anbieter generativer KI-Systeme müssen grundsätzlich sicherstellen, dass synthetische Ausgaben maschinenlesbar markiert und als künstlich erzeugt oder verändert erkennbar sind. Für bestimmte unterstützende Standardbearbeitungen bestehen Ausnahmen.
Diese technische Markierung ist von einem sichtbaren Hinweis für dein Publikum zu unterscheiden. [2]
Artikel 50 betrifft auch die direkte Interaktion mit KI, beispielsweise bei Chatbots. Anbieter müssen die Systeme so gestalten, dass Menschen über die KI-Interaktion informiert werden, sofern diese nicht offensichtlich ist.
Daneben gelten Informationspflichten für Betreiber bestimmter Systeme zur Emotionserkennung und biometrischen Kategorisierung. Für die gewöhnliche Social Media Content Erstellung stehen jedoch vor allem die Regeln zu veröffentlichten Inhalten im Vordergrund. [1, 3]
Wenn mehrere Personen KI Content erstellen, sollte die Prüfung ein fester Schritt vor der Veröffentlichung sein. Dafür empfiehlt sich ein einfacher Ablauf:
Eine interne Notiz allein macht den KI-Einsatz für dein Publikum noch nicht sichtbar. Erforderliche Informationen müssen klar und unterscheidbar spätestens bei der ersten Begegnung mit dem Inhalt bereitstehen. [1]
Die EU stellt dafür auch freiwillig nutzbare Symbole bereit. Ihre Verwendung allein garantiert allerdings noch keine Einhaltung der gesetzlichen Anforderungen. [4]
Ein Social Media Management Tool kann helfen, die Kennzeichnung direkt mit der Planung und Freigabe von Beiträgen zu verbinden.
Mit dem KI-Kennzeichnungs-Feature von Lomavis kannst du bereits während der Beitragserstellung hinterlegen, dass Inhalte mit KI erstellt oder unterstützt wurden.
Nach der hier zugrunde gelegten Funktionsbeschreibung übermittelt Lomavis die Information an unterstützte Plattformen, darunter Facebook und Instagram. Wie eine Kennzeichnung sichtbar dargestellt wird, hängt vom Netzwerk und Medienformat ab. Bei Netzwerken ohne entsprechende Schnittstelle bleibt die Information innerhalb von Lomavis hinterlegt.
Für dein Team bedeutet das:
Prüfe bei kennzeichnungspflichtigen Inhalten zusätzlich die sichtbare Darstellung. Die technische Übermittlung ersetzt weder die rechtliche Einordnung noch die Kontrolle des veröffentlichten Beitrags.
Mehr zum KI-Kennzeichnungs-Feature von Lomavis
Wer KI für Social Media nutzt, sollte vor der Veröffentlichung prüfen, ob eine Kennzeichnung erforderlich ist. Ein klarer Ablauf hilft deinem Team, Inhalte einzuordnen, Zuständigkeiten festzulegen und Hinweise korrekt umzusetzen.
Lomavis unterstützt dich dabei, den KI-Einsatz direkt im Beitragsprozess zu erfassen und vorhandene Plattformfunktionen zu nutzen.
Die Transparenzpflichten gelten grundsätzlich seit dem 2. August 2026. Für einzelne Anbieterpflichten können Übergangsregelungen relevant sein. [3]
Nein. Für veröffentlichende Unternehmen sind insbesondere Deepfakes und bestimmte Texte zu Angelegenheiten von öffentlichem Interesse relevant. Zusätzlich solltest du die Regeln des jeweiligen Netzwerks prüfen. [2]
Nicht allein deshalb, weil ChatGPT verwendet wurde. Prüfe den Veröffentlichungszweck und die Voraussetzungen der Ausnahme für menschliche Überprüfung oder redaktionelle Kontrolle mit übernommener Verantwortung. [4]
Eine interne Kennzeichnung unterstützt den Workflow. Wenn eine Offenlegung gegenüber dem Publikum erforderlich ist, muss diese auch verständlich wahrnehmbar sein. [1]
Nein. Lomavis unterstützt die technische Umsetzung im Beitragsprozess. Ob und wie ein konkreter Inhalt gekennzeichnet werden muss, ist gesondert zu beurteilen.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung dar. Auch Lomavis bietet keine Rechtsberatung an. Maßgeblich sind die geltenden Vorschriften und der konkrete Anwendungsfall. Nutze die offiziellen EU-Quellen oder qualifizierte Rechtsberatung, wenn die Einordnung unklar ist.